Die Churburg über Schluderns
Arkaden und Harnische
Die Churburg über Schluderns ist ein echtes Juwel des Vinschgaus. Die um die Mitte des 13. Jahrhunderts errichtete Burg hat eine wechselvolle und interessante Vergangenheit. Ein Beispiel: Es ist wohl Ironie der Geschichte, dass die von den Bischöfen von Chur gebaute Anlage ursprünglich als Bollwerk gegen die Vögte von Matsch gedacht war, dann aber ausgerechnet von diesen Vögten als Stammsitz gewählt wurde.
Dass die Burg auch heute noch so gut erhalten ist und sich Jahr für Jahr Tausenden von Besuchern öffnet, verdankt sie im wesentlichen zwei Faktoren: der Geschichte und dem trockenen Vinschger Klima. Die Geschichte hat es in der Tat gut gemeint mit der Churburg. Sieht man einmal vom Jahr 1499 ab, als die Tiroler und Engadiner in der folgenschweren Calven-Schlacht aufeinanderprallten, wurde die Burg nie belagert, umkämpft oder eingenommen.
Mindestens genauso wichtig wie Geschichte und Klima ist für die wehrhafte Burg aber der Umstand, dass sie seit nunmehr einem halben Jahrtausend im Besitz ein und derselben Familie ist, der Grafen Trapp. Seit 1983 ist Johannes Graf Trapp mit seiner Familie Besitzer der Burg - oder besser gesagt: lebenslanger Verwalter, wie er es selbst formuliert.
Die Churburg ist reich an Sehenswürdigkeiten und Kostbarkeiten. Doch der bekannte Arkadengang und die noch berühmtere Rüstkammer überstrahlen alles andere. Über die überaus anmutigen Renaissance-Arkaden im ersten Stock rankt sich der gemalte Stammbaum der Burgbesitzer - der Vögte von Matsch und der Grafen Trapp. Gestützt wird das Gewölbe von sechzehn Säulen aus Laaser Marmor - keine von ihnen gleich wie die andere.
Die Rüstkammer der Churburg ist ein wahrer Publikumsmagnet. Nicht nur Schulklassen kommen Jahr für Jahr in großen Scharen, auch Erwachsene fasziniert die “eiserne Garderobe”. Hier stehen mehr als 50 vollständige Rüstungen, und als besonderes Juwel gilt der Plattenharnisch aus dem Jahr 1365. Die Rüstkammer erhielt erst 1888 ihr heutiges Aussehen - nachdem ihre Vorgängerin für die vielen Harnische und das übrige Kriegswerkzeug zu klein geworden war.
Die zwei Dutzend Brieftauben, die früher als Kuriere der Churburg unterwegs waren, sind zwar längst arbeitslos geworden. Doch der anmutige Turm, unter dessen Dach sich der Taubenschlag befand, ist auch heute noch erhalten. Sein Name: Taubenturm. Wie denn sonst?
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