Trostburg bei Waidbruck
Eine Festung als Residenzschloß
Ein Besuch der Trostburg ist unerlässlich für jene, die ein Kleinod unter den Südtiroler Burgen entdecken wollen. In der reich geschnitzten gotischen Stube hat sich bereits der große Minnesänger Oswald von Wolkenstein (1377-1445) aufgehalten. Ein prunkvoller Saal, die mit Wappenfresken geschmückte Loggia und eine reich ausgestattete Burgkapelle zum hl. Antonius sind wahrlich sehenswert.


Das Südtiroler Burgeninstitut, seit 1967 Hausherr der Trostburg, möchte alle Besucher mit einer auf drei Räume aufgeteilte Dauerausstellung “Burgen - Bauwerke der Geschichte” ansprechen: Die Schau vermittelt “beim Vorbeigehen” das Wesentliche der Südtiroler Burgenkunde und bietet dem Interessierten genügend Detailinformation. Selbst Burgenkundler werden den anschaulichen Vergleich schätzen, den über achtzig maßstabgetreue, historische Modelle von Südtiroler Burgen bieten.


Das bedeutendste Exponat des Südtiroler Burgenmuseums ist die Trostburg selbst: Die Anlage des 13. Jahrhunderts wurde um 1400 unter den Herren von Wolkenstein, die sie beinahe 600 Jahre lang besaßen, durch große herrschaftliche Räume, den Gefolgesaal und die Gotische Stube erweitert. Um 1600 erhielt sie ein Renaissancegewand: Die Fortifikationsanlagen und Fassaden, der einzigartige Ahnensaal und die Kachelöfen zeugen davon. Von der Wirtschaftsgeschichte der Burg berichtet eine Weinpresse; sie ist die größte Torggl des Landes. Die Besucher der Trostburg zeigen sich auch beeindruckt von den zahlreichen Porträts der Grafen Wolkenstein und anderem mehr, besonders aber von einem vier Meter langen, auf Papier gemalten Stammbaum des Grafengeschlechts.

Die Trostburg ist von Waidbruck aus zu erreichen, entweder über den etwas steilen, aber schönen mittelalterlichen Rittersteig (ca. 20 min), der von der Pfarrkirche direkt zur Burg führt und von dort weiter nach Tagusens geht, oder über eine bequeme, verkehrsfreie, asphaltierte Straße (ca. 25 min), die ihren Anfang nach dem Friedhof nimmt und durch die Vorburg mit Michaelstor in den idyllischen Hof der Trostburg führt (Fahrverbot nach 500 m).

Südtiroler Burgeninstitut
Obstplatz 25/8
I-39100 Bozen
Tel./Fax (0039) 0471 982255
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