Ritten

Allgemeines

Ritten ist die Gebietsbezeichnung für das Hochplateau, das sich im Herzen Südtirols, nördlich der Landeshauptstadt Bozen, zwischen den Flüssen Eisack und Talfer auf einer Fläche von 111 km2 erstreckt.

Das Hochplateau ist aufgrund seiner Lage an der Alpensüdseite klimatisch bevorzugt gelegen: an der Sonnenseite des Eisacktales gelegen sind die Winter relativ mild, während im Sommer aufgrund der Höhenlage von durchschnittlich 1.000 m angenehme Temperaturen herrschen.

Seiner Eigenschaft als Bergrücken und der damit verbundenen verschiedenen Höhenlagen verdankt der Ritten außerdem 3 Klima- und Vegetationsstufen: an den sonnenverwöhnten Porphyrhängen nach Bozen überwiegt eine submediterrane Flora mit ausgedehnten Trockenbiotopen, Weinbau kann an der Sonnenseite des Ritten bis auf eine Höhe von 1.000 m betrieben werden. Der submediterrane Gürtel geht in eine reiche Wald und Wiesenlandschaft über, welche hauptsächlich von der Viehwirtschaft genutzt und geprägt ist. Ab einer Höhe von 1.500 geht das Bild über in eine alpine Landschaft, wo Alpenrosen, Latschenkiefern und ausgedehnte Hochmoore den Wanderer erwarten.

7.000 Einwohner zählt die Gemeinde Ritten. Die Ortschaften Klobenstein, Oberbozen, Unterinn, Lengstein, Oberinn und Wangen sind über den gesamten Höhenrücken verstreut. Wirtschaftlich lebt der Ritten zu jeweils gleichen Teilen von Landwirtschaft, Handwerk und Fremdenverkehr. Aber auch die Nähe zur 100.000 Einwohner zählenden Landeshauptstadt Bozen bietet zahlreiche Arbeitsplätze und viele Pendler wissen die Nähe zur Stadt zu schätzen.

Landschaftlich wird der Ritten mit dem Begriff “Höhenrücken” am treffendsten beschrieben: unendliche Weiten tun sich dem Betrachter auf. Und obwohl das Eisacktal knapp 1.000 m tiefer liegt, hat man hier oben nie das Gefühl, dass man hinunter fallen könnte. Dort wo die Wiesenlandschaft ins Tal abfällt, bauen sich für den Betrachter die Dolomiten auf und sie sind der Hintergrund, welcher den Ritten so einmalig schön macht: die Geisslerspitzen, der Lang- und Plattkofel, Schlern, Rosengarten, Latemar und das Schwarz- und Weiß Horn.

Ritten in Südtirol

Erdpyramiden

Die Rittner Erdpyramiden gelten als die schönsten und höchsten in Europa. Erdpyramidengruppen stehen im Finsterbachtal zwischen Mittelberg und Lengmoos, im Katzenbachtal unterhalb von Oberbozen und im Tal des Gastererbaches bei Unterinn.
Das Material aus dem die “Erdsäulen” entstehen ist ein späteiszeitlicher Moränenlehm, der hier vom Eisacktaler Hauptgletscher abgelagert wurde. Das Material hat die Eigenschaft, in trockenen Zustand steinhart zu sein, in feuchtem Zustand aber verwandelt es sich in einen lehmigen Brei, welcher bei jedem Niederschlag ins Tal abfließt. Dadurch entstehen im Laufen der Jahre Steilwände, die, so wie hier am Ritten, bis zu 15 m hoch werden können.
Diese Steilwände sind die Voraussetzung zur Bildung von Erdpyramiden, welche aus den Steilwänden regelrecht herausgewaschen werden. Voraussetzung hierfür ist, dass sich große Steine im Lehm befinden, welche das darunter liegende Material vor Niederschlag schützen und somit trocken und hart zu halten. Während das nicht geschützte Material bei jedem Niederschlag talwärts fließt, entstehen so Lehmsäulen, die bis zu 30 m hoch werden.

Erdpyramiden wachsen so lange, bis der Deckstein hinunter fällt. Sobald das geschieht, ist die Säule einem raschen Untergang geweiht, denn nun wird sie von Regentropfen zu Regentropfen kleiner. Doch während durch diesen Vorgang eine Erdpyramide verschwindet, entsteht weiter oben am Hang schon die nächste.

Ritten und Latemar

Plattner- Bienenhof

Wer einmal in Wolfsgruben am Ritten war, kann ihn nicht übersehen haben, den über 500 Jahre alten Plattnerhof: mit Stroh- und Schindeldach gedeckt thront der Hof majestätisch an der Spitze eines Hügels und dieses Bild macht den Hof zu einem der schönsten Höfe in ganz Südtirol.

Die Bozner Kaufmannsfamilie Gramm hat die Aufgabe übernommen, den Hof von Grund auf zu restaurieren und zu einem Bienenmuseum umzugestalten. Diese neue Nutzung hat den ursprünglichen Charakter des Hauses allerdings nicht verändert. Und so ist der schöne Hof in Wolfsgruben nicht nur der Sitz der größten Privatsammlung über die Südtiroler Imkerei, sondern auch ein Denkmal bäuerlicher Bau- und Lebenskunst.
Uralte Birnbäume, der Kornacker, der Bauerngarten, der kleine Löschteich, der Bildstock des Heiligen Ambrosius und die vielen Trockenmauern fügen sich zu einem reizvollen Ensemble zusammen. Im Inneren dokumentiert der ursprüngliche Wohnteil anschauliche die die bäuerliche Wohnkultur und Arbeitswelt.

Im Scheunenteil, im Keller und im Stall befindet sich das Kernstück des Bienenmuseums: die Sammlung von alten Bienenkörben und Bienenkästen, von Honigschleudern und Honigpressen, von verschiedenem Imkerwerkzeug und besonderen Ausstellungsstücken.
Neu ist ein Lehrpfad, der im Sommer 2004 eröffnet worden ist und welcher auf verschiedenen Stationen die Welt der Bienen erklärt.

Seite 2 von Ritten (Die Rittnerbahn, Rittner Horn und Sehenswertes)

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