Eppan an der Südtiroler Weinstraße

Eppan ist nicht nur einer der schönsten und eigenartigsten Landstriche
des weltbekannten Fremdenverkehrslandes Südtirol, es nimmt darin noch die
rühmliche Sonderstellung ein, die schon in der Vorgeschichte am stärksten
besiedelte Landschaft von ganz Tirol gewesen zu sein. Wertvolle Funde aus jenen
Zeiten beweisen dies: ein Steinkistengrab, Gräber aus der jüngeren
Steinzeit, Funde aus der Hallstatt- und La-Tène-Zeit, zahlreiche gewaltige
Wallburgen der Räter und römische Münzen.

Was Eppan in den zwei Jahrtausenden seiner Geschichte am südlichen Abhang
der Alpen bedeutete, ist mit goldenen Lettern in vielen Kapiteln überschreiben:
Römische Cäsaren tranken Eppaner Wein, Glaubensboten der katholischen
Kirche erbauten schon im 5. Jahrhundert nach Christi Geburt winzige Gotteshäuser,
das politische Leben des Mittelalters schlug hier blutig und machtgierig immer
wieder brandende Wellen, und Eppan wurde der wetterleuchtende Winkel für
das Machtstreben im “Land im Gebirge”; hier saßen auf dem
beherrschenden Schloss Hocheppan die welfischen Grafen von Eppan, einstmals
die Herren der Grafschaft Bozen. Berühmteste Adelsgeschlechter des Landes
blühten und verdarben hier. Das Mittelalter verebbte in Eppan zu einem
berühmten Adelsparadies wie nirgendwo so herrlich in deutschen Landen.
Uraltes deutsches Siedlungsgebiet. All dieses kunterbunte historische Geschehen
war schon durch die einzigartige Lage Eppans gegeben.

Eppan liegt auf der Mittelgebirgsfläche des Überetsch, die sich 200
Meter aus dem weiten Talboden der Etsch heraushebt und in ihrer ganzen Breite
an den mächtig aufstrebenden Kamm der Mendel anlehnt. Die Großgemeinde
Eppan nimmt die ganze Nordfläche des Talpodestes von Überetsch ein
. Markant ist seine nördliche Stirnseite gegen das knapp 9 km entfernte
Bozen jenseits des weiten Talkessels und etschaufwärts gegen das rund 25
km entfernte Meran gewandt.

Eppan, 411 Meter, ist nicht ein einzelner Ort, es ist der 60 Quadratkilometer
ausgedehnte Teil der Überetscher Mittelgebirgsstufe, es umfasst mit seinem
Gebiet folgende Ortschaften und Weiler: St. Michael/Eppan (Hauptort) mit Maderneid,
Kreuzweg, Untere Gand und Obere Gand, Pigen’ und Berg, Girlan mit Schreckbichl,
St. Pauls mit Aich, Buchwald, Perdonig und Gaid, Frangart und Montiggl, Missian
und Unterrain. Der Hauptort St. Michael ist Sitz der Gemeinde und führt
heute gemeinsam den Namen Eppan. Die Einwohnerzahl ist auf 13.600 Personen angewachsen.

Unvergleichlich schön und eigenartig ist die landschaftliche Lage von Eppan.
Am Eppaner Berg und an den weiten langgestreckten Hängen, die gegen die
mächtige Felsmauer der Mendel ansteigen, liegt es anmutig hingelagert mit
seinen vielen Fraktionen im weiten Rebgelände und an den Obsthainen, mit
182 kunsthistorischen Baulichkeiten wie Burgen, Schlösser und Edelansitze
sowie 18 Kirchen und rund 60 Haus-, Burg- und Feldkapellen, und es wirkt lieblich
aufgelockert wie eine weite königliche Parklandschaft. Das Überetsch
ist das burgenreichste Gebiet Europas und legt damit ein beredetes Zeugnis über
die ruhmreiche geschichtliche Vergangenheit dieses Landstriches ab. Die flächige
Weitung gegen Osten über das geschlossenen Rebgelände von Girlan gegen
den Kamm des Mitterberges und die dichten Wälder rund um die beiden Montiggler
Seen umrahmen und erhöhten den unvergleichlichen Reiz der Eppaner Landschaft.

Schönheit der Landschaft und zahlreiche Sehenswürdigkeiten, von Menschenhand
geschaffen, sind hier mächtig zu einer Apotheose verschmolzen: Burgruinen,
die noch aus skeletthaften Umrissen Lebensfunken sprühen, vom monumentalen
Kirchenbau des Paulsner “Doms auf dem Lande” (1461 - 1647
erbaut) mit der größten Kirchenglocke Südtirols (4.984 kg) bis
zu winzigen Schlosskapellen mit geheimnisvollen, teils ungedeuteten Fresken,
behäbige Edelsitze in ihrem einzigartigen Überetscher Baustil, der
hier in Eppan seine Hauptwerke hervorgebracht hat.

Dieser Stil ist eine wunderliche Mischung aus gotischen Stilelementen, Erkern
und Türmchen, mit jenen der lombardischen Renaissance, Hallen mit Rundbogenfenstern
und zierlichen Säulen, offenen Loggien und Treppen, ein Baustil, der noch
aus grauer adeliger Alterstünche freudige Lebenslust seiner Bewohner widerspiegelt.

Eppan ist der Mittelpunkt des größten Weinbaugebietes Südtirols
und ein reiches Obstland. Auf rund 1.200 ha Anbaufläche werden hier allhjährlich
weit über 100.000 Hektoliter Wein erzeugt und an die 3.500 Waggons beträgt
die jährliche Obsternte.

Über ein Dutzend der Sorten gehört zu den Spitzenweinen Südtirols:
Girlan kann damit prunken, am Eppaner Berg gedeihen sie und rund um Missian
erreichen sie höchste Eigenart.

Schon im Jahre 1884 erhielt Eppan durch die Erbauung der kühnen Straße
über den Mendelpass eine gute Verbindung mit Bozen und dem Etschtal und
damit Anschluss an den Fremdenstrom in Südtirol. Heute ist es darüber
hinaus einer der Hauptorte an der neuen, vielgerühmten Südtiroler
Weinstraße, die von Sigmundskron bei Bozen über Girlan St. Michael/Eppan
erreicht und über Kaltern, Tramin, Kurtatsch, Kurtinig, Magreid bis Salurn
führt.

Das Bild seiner edlen Landschaft, das wonnig-milde Klima, der Zauber seiner
schier endlos gewellten Rebgehänge und idyllischen Obstpflanzungen, die
prächtigen Parkanlagen der Edelsitze mit ihrem mittelländische Planzenwuchs
haben Eppan zu einem der besuchtesten und beliebtesten Fremdenverkehrsort Südtirols
werden lassen. Sein unübertroffener Vorzug besteht darin, dass es nicht
ein durch Hotels und Fremdenheime geballtes Zentrum ist, sonder dass alle die
kleinen und größeren Ortschaften gleichsam ein große Familie
von Urlaubsorten bilden, die alle ihre Besonderheiten haben und zusammen das
Gebiet von Eppan zu einem vollendeten Ferienland für den Gast werden lassen.

Zirka 90 gastgewerbliche Betriebe und 180 Privatzimmervermieter mit rund 4000
Betten - vom Schlosshotel bis zum neuerbauten Garni und alten Weinhöfen
- stehen den Gästen zur Verfügung (Gästeübernachtungen
pro Jahr 500.000 zirka). Zahlreich sind die Swimming-pools, Sportplätze
und Vergnügungsstätten aller Art, die dem Gast heitere Urlaubsbetätigung
verbürgen. Zu all dem kann Eppan mit einer Besonderheit auftrumpfen, wie
man sie kaum anderswo findet: Hier ist ein kleines Königreich an unausschöpfbaren
Wandermöglichkeiten (3.166 ha Wald); sie führen in der Höhenlage
von etwa 265 bis 1.866 Höhenmetern kreuz und quer durch das reichbebaute
Land mit immer neuen An- und Ausblicken, ja sogar Fernsichten bis in das Wunderland
der Dolomiten. Noch mehr und noch erstaunlicher: Aus den berühmten Weinbergen
von Eppan kann man 1.860 m hoch hinaufsteigen in die Felsenwelt des Mendelkammes
und in das Reich der Alpenflora. Ein Wanderführer mit Wanderkarte führt
den Gast durch all diese zauberhaften Möglichkeiten.

Wussten Sie dass…..

Tourismusverein Eppan/Raiffeisen
Rathausplatz 1 - I-39057 Eppan
Tel. +39 0471 662206 - Fax +39 0471 663546
E-Mail: info@eppan.net
Internet: www.eppan.net

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